In der Welt
Weltweit werden derzeit etwa 20 % des Bedarfs an elektrischer Energie aus Wasserkraft gedeckt. Das nutzbare Potential an Wasserkraft ist jedoch fünfmal so groß, so daß Wasserkraftwerke einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Weltenergieproblems leisten können.
Geographisch sind die Wasserkräfte allerdings sehr unterschiedlich verteilt: Rund zwei Drittel des auf der Erde nutzbaren Potentials an Wasserkraft liegen in Ländern der dritten Welt. Die größten Wasserkraftwerke - an der installierten Leistung gemessen - befinden sich durchweg außerhalb Europas.
Die Rangliste führt neuerdings das brasilianische Kraftwerk ITAIPú am Paraná mit einer Kapazität von 12600MW. Die weiteren Plätze belegen Anlagen in Nord- und Südamerika, Asien oder Afrika. Erst auf Platz 13 erscheint - als einziges europäisches Wasserkraftwerk unter den ersten 25 - Kuybischew an der Wolga mit 2563MW.
In Deutschland
Deutschland nutzt seine Wasserkräfte derzeit schon
zu etwa 70 % für die Stromerzeugung. Das sind im Durchschnitt 18
Mrd. kWh jährlich. Die Elektrizitätswirtschaft schätzt, daß
bis Anfang des nächsten Jahrtausends eine weitere Steigerung auf
20 Mrd. kWh jährlich möglich wäre. Rein technisch ließen sich
noch etwa weitere 7 Mrd. kWh nutzen, doch müßten dann vielfach
Gesichtspunkte des Landschaftsschutzes und auch
betriebswirtschaftliche Überlegungen zurückstehen.
Bei den Wasserkraftanlagen der öffentlichen
Elektrizitätsversorgung in den alten Bundesländern bietet sich
nach Art, Anzahl und Leistung folgendes Bild:
Insgesamt verfügen die öffentlichen Elektrizitätserzeuger
damit in der Bundesrepublik Deutschland über 667 Kraftwerke, die
mit einer installierten Leistung von 2880MW Strom aus
natürlicher Wasserkraft erzeugen .Daneben gibt es noch 4330
Nicht- EVU- Anlagen (Eigenanlagen, private Kraftwerke) mit einer
installierten Leistung von 453 MW. Das ergibt eine Gesamtzahl von
4997 Kraftwerken mit einer installierten Leistung von 3333 MW und
einer Nettostromerzeugung von 17499 Mio. kWh. Der Geographie
entsprechend liegen die meisten Wasserkraftwerke im Süden
Deutschlands: An der Donau mit ihren Nebenflüssen Iller, Lech,
Isar und Inn, sowie an Rhein, Mosel, Neckar und Main (siehe
Karte).
In den neuen Bundesländern
In den fünf neuen Bundesländern gibt es weniger Möglichkeiten zur Nutzung von Wasserkräften als im westlichen Teil. So wurden 1990 in den alten Bundesländern knapp 5 % der öffentlichen Stromversorgung durch Wasserkraftwerke bestritten, während im Osten der entsprechende Anteil nur bei 0,4 % lag, also zehnmal geringer war.
Der Hauptgrund dafür ist in der Topographie zu suchen: Flüsse wie Elbe, Oder und Saale haben ein weniger günstiges Gefälle als Rhein, Main oder Donau. Insgesamt gibt es in den fünf neuen Bundesländern 7 größere Laufwasser-Kraftwerke (ab 1MW) mit einer installierten Leistung von 14,3MW, 1 Speicherwasser-Kraftwerk mit 0,7MW sowie 7 Pumpspeicherwerke (davon drei mit natürlichem Zufluß).
Quellen: Die Erneuerbaren Strom und Wärme aus regenerativen Energien (IZE), StromBASISWISSEN (IZE).